Geschichte

Roseln sächsisch Ruiseln, ungarisch Rozsonda, rumänisch Ruja liegt in einem Seitental des Harbachtals 7km von Agnetheln und ca. 40km von Schäßburg. Roseln konnte man auch mit dem kleinen Zug erreichen, der von Schäßburg nach Hermannstadt fuhr, leider war der Bahnhof 2km vom Ort entfernt, später fuhren auch Busse.

Roseln ist zum ersten mal in einer Uhrkunde erwähnt als:

  • Rosundal 1349
  • Rosental 1362
  • Villa Rosarum 1416
  • Rosendal 1532

Roseln wird einer Grenzbeschreibung der Hàtterte (Gemarkung) zwischen den Gemeinden Malmkrog, Kreisch, Raunthal und Neudorf auf der einen Seite, Probsdorf auf der andern Seite. Wobei auf der Wasserscheide zwischen dem Harbachtal und dem Kockeltal Hàtterthaufen aufgeworfen wurde. Heute kann man diese Hàtterthaufen zwischen Roseln, Probsdorf und Neudorf noch feststellen. Natürlich werden die in den Jahrhunderten immer wieder aufgehäuft worden sein. Der Namen Roseln bezieht sich auf den Grafen Hannus de Rosundal und hat “Rosarum Vallis” (Rosental) geheißen. Im Jahr 1373 wird ein königlicher Vertrauensmann namens Salamon de Rosintal erwähnt, bei der Einführung des Bischofs Nikolaus. Die letzten urkundlich bekannten Nachkommen der “Grafen” von Roseln sind die “edlen Jungfrauen” Cordula und Ursula, Töchter des Nikolaus de Rosundal. Die ältesten, sich Direkt auf die Gemeinde Roseln beziehenden schriftlichen Nachrichten erhalten zwei Zinsverzeichnisse des Rosler Kapitels aus der Zeit um 1400 in einem Psaltarium der Kronstädter Gymnasialbibliotek. Um diese Zeit herrschte eine große Pest Epidemie, so daß mehrere Dörfer von der Pest Weggefegt wurden. So ist auch Roseln nach den Erzählungen unser Vorfahren, Roseln zuerst in den Schnallen entstanden. Man beruft sich auf die Benennung eines Hàtretendes, der da “Vuir dem Lechendirchen” heißt. Demnach ist früher die Gemeinde dort entstanden. Warscheinlich auch von der Pest verwüstet, ist Roseln dann an seinem heutigen Ort aufgebaut worden. Die ersten Häuser sollen in der Richtung Hartel im Winkel, Hartel auf dem Berg und in Verlängerung zum Rodengäßchen gestanden haben. Eine zweite Verwüstung ist durch die Türkeneinfälle um das Jahr 1438 erfolgt, so daß im Harbachtal einige Dörfer gänzlich verwüstet wurden. Trotzdem ging das Leben weiter. Nach einer Zählung aus dem Jahre 1488 verzeichnete die Gemeinde “Rosendal” eine Anzahl von 41 Wirten, eine Schule, eine Mühle, drei Arme sowie drei Viehirten. Ein Hinweis dafür, daß die 1488 erwähnte Schule schon viel früher bestand, ist die Nachricht des Kaurentius de Valle Rosarm, der aus Roseln stammte und wohl hier die Grundlage seiner Bildung erhielt, im Jahr 1474 an der Dominikanerhochschule in Neapel als Lehrer wirkte, 1475 den Magistertitel erwarb und 1476 Prior des Bistritzer Kloster wurde. Zwei weitere Jünglinge aus der Gemeinde, und zwar Sigmund von Rosentall und Gaspar von Rosentall, zogen nach Hermannstadt um das Schuster Handwerk zu lernen. Sie sind im Register der Hermannstädter Johannisbruderschaft der Schuster Gesellen im Jahr 1484 eingetragen. Im Jahr 1532 zeichnete der Kronstädter Humanist Johannes Honterus die Ortschaft “Rosental” auf der von ihm in Basel herausgegebenen Landkarte von Siebenbürgen ein. In diesem Jahr hatte die Gemeine 51 Wirte und gehörte zu den mittelgroßen Gemeinden im Harbachtal. Das die ersten Häuser auf dem Berg gestanden haben, schließt man daraus, daß Roseln früher einen großen Teich hatte. Es wird in der Chronik oft von Fischerei Rechten gesprochen. Außer dem hatte der Feschhäulder und die Weihergasse ihre Benennung nach diesem Teich erhalten. Wie unsäglich viel Mühe, Fleiß, Entberung Beraubung und Krieg mag diese Roseler in den vergangenen Jahrhunderten begleitet haben! Sie haben sich immer wieder erholt und ein blühendes Dorf aufgebaut, daß den Namen “ROSELN” zu recht verdiente. Wieviel Freud und Leid haben die Glocken vom Kirchturm verkündet. Heute steht alles lehr und es wird immer wieder Repariert, für wen! Die Bruderschaftsfahne mit dem Spruch “Ihr steht nur solange, solange ihr selbst stark seid, stark in Gott und den Tugenden eurer Väter” hängt nicht mehr da und alles, alles ist nur noch Geschichte. Als einer, der sich von ROSELN getrennt hat, habe ich mir erlaubt die Heimatgemeinde ROSELN ins Internet zu setzen.

Das Dorf liegt in einer T-Form, bietet Raum für einen Marktplatz, von dem aus nach Osten die Niedergasse, nach Westen die Weihrgasse und nach Süden die Obergasse liegt. Vom Markt, in der Mundart “Platz” genannt, geht der sogenannte Winkel ab und in Verlängerung den Berg hinauf (dem Giupungräich) zur Kirchburg, dem Kulturhaus, der Schule sowie dem Pastoralgebäude.

Roseln ist ein Zeilendorf, wobei sich Haus an Haus reicht bzw. Hof an Hof. Hinter dem Wohnhaus lang in den meisten Fällen eine Sommerküche. Anschließend kam der sogenannte Schuppen, wo die Vorratskästen mit der Frucht standen, Korn u. Haferkasten standen darin, die Geräte und was man noch so hatte. Anschließend kamen die Viehställe und quer über den Hof stand dann die Scheune, wo das ganze Heu und Stroh lagerte. Durch die Scheune ging man in den Garten. Hier standen ein reiches Sortiment an Apfel, Bieren und Pflaumenbäume. Ein schönes Bild boten diese Gärten im Frühjahr, wenn alles Blüte.