Ein Traum wird wahr…

Schon immer habe ich davon geträumt, einmal mit Roslern und Angeheirateten eine Wandertour zu unternehmen. Dann war es soweit: Am 27.06. trafen wir uns vor der Stauferlandhalle in Salach und fuhren um 5.30 Uhr los. Ich fühlte mich dabei so gut, dass ich nicht bemerkt hatte, dass ich fast der Älteste war. Nach knapp 6 Stunden waren wir endlich da. Mit dem Sessellift wurden wir alle nach oben (2500 m.ü.M.) gebracht. Weiterlesen

Aufruf Dinkelsbühl 2013 – Rosler in Dinkelsbühl

Liebe Rosler Freunde, es ist bald so weit: In wenigen Wochen zu Pfingsten findet in Dinkelsbühl der Heimattag der Siebenbürger Sachsen statt. Viele Vereine und Heimatortsgemeinschaften bereiten sich darauf vor mitzumachen. Da es bei uns schon fast zur Tradition geworden ist, möchten wir wieder am Trachtenumzug teilnehmen und unsere Gemeinschaft würdevoll repräsentieren. So rufe ich alle Rosler auf mitzumachen! Wer Trachten hat oder sich welche besorgen kann, sollte es schnellstmöglich tun und sich bei Ilse Bartesch, Telefon: (0 22 62) 70 12 95, oder Inge-Marie Dengel, Telefon: (0 71 62) 46 26 06, anmelden. Wer keine Tracht hat, ist gerne eingeladen, uns als Zuschauer zu applaudieren. Begleitet werden wir wieder von der Siebenbürger Blaskapelle Stuttgart e. V.

Achtung: Die Aufstellung der Trachtengruppen „Aif der Bleiche“ erfolgt dieses Jahr erst um 14.15 Uhr, der Festumzug beginnt um 15.15 Uhr! In der Hoffnung, dass sich viele Rosler anmelden, freue ich mich schon jetzt auf ein baldiges Wiedersehen, sowohl mit ihnen als auch mit unseren Freunden von der Blaskapelle.

Martin Bierkoch

Geschichte

Roseln sächsisch Ruiseln, ungarisch Rozsonda, rumänisch Ruja liegt in einem Seitental des Harbachtals 7km von Agnetheln und ca. 40km von Schäßburg. Roseln konnte man auch mit dem kleinen Zug erreichen, der von Schäßburg nach Hermannstadt fuhr, leider war der Bahnhof 2km vom Ort entfernt, später fuhren auch Busse.

Roseln ist zum ersten mal in einer Uhrkunde erwähnt als:

  • Rosundal 1349
  • Rosental 1362
  • Villa Rosarum 1416
  • Rosendal 1532

Roseln wird einer Grenzbeschreibung der Hàtterte (Gemarkung) zwischen den Gemeinden Malmkrog, Kreisch, Raunthal und Neudorf auf der einen Seite, Probsdorf auf der andern Seite. Wobei auf der Wasserscheide zwischen dem Harbachtal und dem Kockeltal Hàtterthaufen aufgeworfen wurde. Heute kann man diese Hàtterthaufen zwischen Roseln, Probsdorf und Neudorf noch feststellen. Natürlich werden die in den Jahrhunderten immer wieder aufgehäuft worden sein. Der Namen Roseln bezieht sich auf den Grafen Hannus de Rosundal und hat “Rosarum Vallis” (Rosental) geheißen. Im Jahr 1373 wird ein königlicher Vertrauensmann namens Salamon de Rosintal erwähnt, bei der Einführung des Bischofs Nikolaus. Die letzten urkundlich bekannten Nachkommen der “Grafen” von Roseln sind die “edlen Jungfrauen” Cordula und Ursula, Töchter des Nikolaus de Rosundal. Die ältesten, sich Direkt auf die Gemeinde Roseln beziehenden schriftlichen Nachrichten erhalten zwei Zinsverzeichnisse des Rosler Kapitels aus der Zeit um 1400 in einem Psaltarium der Kronstädter Gymnasialbibliotek. Um diese Zeit herrschte eine große Pest Epidemie, so daß mehrere Dörfer von der Pest Weggefegt wurden. So ist auch Roseln nach den Erzählungen unser Vorfahren, Roseln zuerst in den Schnallen entstanden. Man beruft sich auf die Benennung eines Hàtretendes, der da “Vuir dem Lechendirchen” heißt. Demnach ist früher die Gemeinde dort entstanden. Warscheinlich auch von der Pest verwüstet, ist Roseln dann an seinem heutigen Ort aufgebaut worden. Die ersten Häuser sollen in der Richtung Hartel im Winkel, Hartel auf dem Berg und in Verlängerung zum Rodengäßchen gestanden haben. Eine zweite Verwüstung ist durch die Türkeneinfälle um das Jahr 1438 erfolgt, so daß im Harbachtal einige Dörfer gänzlich verwüstet wurden. Trotzdem ging das Leben weiter. Nach einer Zählung aus dem Jahre 1488 verzeichnete die Gemeinde “Rosendal” eine Anzahl von 41 Wirten, eine Schule, eine Mühle, drei Arme sowie drei Viehirten. Ein Hinweis dafür, daß die 1488 erwähnte Schule schon viel früher bestand, ist die Nachricht des Kaurentius de Valle Rosarm, der aus Roseln stammte und wohl hier die Grundlage seiner Bildung erhielt, im Jahr 1474 an der Dominikanerhochschule in Neapel als Lehrer wirkte, 1475 den Magistertitel erwarb und 1476 Prior des Bistritzer Kloster wurde. Zwei weitere Jünglinge aus der Gemeinde, und zwar Sigmund von Rosentall und Gaspar von Rosentall, zogen nach Hermannstadt um das Schuster Handwerk zu lernen. Sie sind im Register der Hermannstädter Johannisbruderschaft der Schuster Gesellen im Jahr 1484 eingetragen. Im Jahr 1532 zeichnete der Kronstädter Humanist Johannes Honterus die Ortschaft “Rosental” auf der von ihm in Basel herausgegebenen Landkarte von Siebenbürgen ein. In diesem Jahr hatte die Gemeine 51 Wirte und gehörte zu den mittelgroßen Gemeinden im Harbachtal. Das die ersten Häuser auf dem Berg gestanden haben, schließt man daraus, daß Roseln früher einen großen Teich hatte. Es wird in der Chronik oft von Fischerei Rechten gesprochen. Außer dem hatte der Feschhäulder und die Weihergasse ihre Benennung nach diesem Teich erhalten. Wie unsäglich viel Mühe, Fleiß, Entberung Beraubung und Krieg mag diese Roseler in den vergangenen Jahrhunderten begleitet haben! Sie haben sich immer wieder erholt und ein blühendes Dorf aufgebaut, daß den Namen “ROSELN” zu recht verdiente. Wieviel Freud und Leid haben die Glocken vom Kirchturm verkündet. Heute steht alles lehr und es wird immer wieder Repariert, für wen! Die Bruderschaftsfahne mit dem Spruch “Ihr steht nur solange, solange ihr selbst stark seid, stark in Gott und den Tugenden eurer Väter” hängt nicht mehr da und alles, alles ist nur noch Geschichte. Als einer, der sich von ROSELN getrennt hat, habe ich mir erlaubt die Heimatgemeinde ROSELN ins Internet zu setzen.

Das Dorf liegt in einer T-Form, bietet Raum für einen Marktplatz, von dem aus nach Osten die Niedergasse, nach Westen die Weihrgasse und nach Süden die Obergasse liegt. Vom Markt, in der Mundart “Platz” genannt, geht der sogenannte Winkel ab und in Verlängerung den Berg hinauf (dem Giupungräich) zur Kirchburg, dem Kulturhaus, der Schule sowie dem Pastoralgebäude.

Roseln ist ein Zeilendorf, wobei sich Haus an Haus reicht bzw. Hof an Hof. Hinter dem Wohnhaus lang in den meisten Fällen eine Sommerküche. Anschließend kam der sogenannte Schuppen, wo die Vorratskästen mit der Frucht standen, Korn u. Haferkasten standen darin, die Geräte und was man noch so hatte. Anschließend kamen die Viehställe und quer über den Hof stand dann die Scheune, wo das ganze Heu und Stroh lagerte. Durch die Scheune ging man in den Garten. Hier standen ein reiches Sortiment an Apfel, Bieren und Pflaumenbäume. Ein schönes Bild boten diese Gärten im Frühjahr, wenn alles Blüte.

Die Heimatortsgemeinschaft in Deutschland

Das derzeitige Siedlungsgebiet der in Deutschland lebenden Roseler konzentriert sich im süddeutschen Raum, Göppingen und Ludwigsburg, im Westen im Raum Wiehl – Drabenderhöhe und Siegburg, im mittleren Raum Darmstadt und Umgebung, ansonsten sind in jedem Bundesland Rosler Familien ansässig geworden.

07.05.1983 wird auf Initiative von Elfriede Eisgeth, Georg Frank, und Michael Rochus das erste Roseler Treffen auf der Drabenderhöhe veranstaltet; es waren ca. 300 Gäste. Lange ruhten Hände ineinander, Umarmungen gab’s immer wieder, feuchte Augen verrieten innere Bewegungen. Zu beobachten war keine Trauer darüber, sich weit weg von dem Heimatdorf wiederzusehen. Sprach man von den Verwandten und Freunden in Siebenbürgen, war die Miene jedoch ernst. An diesem Treffen wurden auch Fragen behandelt, die im Zusammenhang mit der Veranstaltung stehen, die sich in Zukunft wiederholen sollte. Es wurde ein Ausschuß gebildet, der sich mit dem Einsammeln und weiterleiten der Spenden für die Christbescherung der Kinder in Roseln, und Notdürftigen kümmern soll. Des weiteren wurden auch Spendengelder gesammelt für das 1985 Installierte Glocken Geläute am Rosler Kirchturm.

Die weiteren 2. Treffen 31.09.1985 u. 03.09.1988 wurden ebenfalls auf der Drabenderhöhe veranstaltet. Am 2-ten waren ca. 350 und am 3-ten ca. 450 Gäste anwesend.

Das 4-te,5-te & 6-te Treffen 14.09.1991, 00.09.1994 u.10.09.1997, wurde in 73333 Gingen an der Fils veranstaltet, es waren ca. 550-600 Gäste anwesend.

Von dem Geldüberschuß der sich im laufe der Jahre angesammelt hatte, sind 3000 DM für die Reparaturen des Kirchendaches angewendet worden.

Das 7-te Treffen fand 09.09.2000 in Pfungstadt statt Auch diesmal waren wieder zahlreiche Gäste aus Nah und Fern dabei (ca.600 ).

Seit 01.01.2000 ist Roseln Mitglied des Dachverbands der Siebenbürger Sachsen in Heilbronn, der seit Oktober 1998 besteht.

Für alle stattgefunden Roseler Treffen bedanke ich mich auch im Namen aller Teilnehmer bei allen Organisatoren u. Helfern für die Mühe und tatkräftige Unterstützung damit diese Treffen zu einem Fest werden konnten.

Nicht zu vergessen der alljährlich stattfindend Roseler Fasching in Eislingen oder Umgebung, der von den Familien Georg Bierkoch u. Robert Philp organisiert wird und inzwischen ein beliebter Treffpunkt für Roseler aus Nah u. Fern geworden ist. Ich kann dazu nur sagen: macht weiter so wir kommen bestimmt.

02.02.2002 gelungene Faschingsveranstaltung in Holzhausen. Die Halle war voll besetzt man muste sogar noch Aufstuhlen.Zahlreiche Gäste waren kostümiert.
Es war ein schöner,geselliger Abend für alle alten und jungen Anwesenden. In diesem Sinne sagen wir ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren, Fam. Bierkoch und Philp und freuen uns schon auf das nächste Mal.

Dieses Jahr am 06.09.2003 fand das 8-te Rosler Treffen wieder in Pfungstadt statt. Es war mal wieder ein großer Erfolg dank den vielen Helferinnen und Helfer die sich sehr viel Mühe gemacht haben, alle Gäste zufrieden zu stellen. Es haben sich ca. 480 Teinehmer eingefunden, und bei guten Speisen und Musik so wie guten Gesprächen einen schönen Tag zu verbringen.

Im ofiziellen Teil fanden Neuwahlen statt. Gewählt wurden:

Thomas Rochus jun. Nachbarvater. 53773 Hennef
Elfriede Eisgeth Stellver. 51674 Drabenderhöhe
Georg Bierkoch jun.Mitgl . 73054 Eislingen
Hedda Frank Mitgl. 51588 Nümbrecht
Georg Stirner Mitgl. 64409 Messel
Thomas Albrich Mitgl. 73472 Sersheim
Daniel Geisel Mitgl. 85051 Ingolstadt

Es wurde auch beschlossen, das 9-te Treffen in Drabenderhöhe oder Umgebung abzuhalten.

Seid September 2003 gibt es für die Rosler,und nicht nur für sie,ein Jahresblatt. Es wird,wie der Name schon sagt,einmal im Jahr erscheinen und beinhaltet Berichte,Erinnerungen,Bilder von einst und heute,sowie vieles andere mehr aus dem Leben der Gemeinde Roseln im Harbachtal. Die Idee und das Erscheinen verdanken wir Herrn Pfarrer Dr.Christian Weiss.

Am 26.01.08 fand in Holzhausen der Rosler Fasching statt. Es war mal wieder eine gelungene Veranstaltung und wir freuen uns schon jetzt auf das Jahr 2009. Wir danken den Familien Bierkoch und Philp die sich um die Organisation und das gelingen dises Festes bemüht haben.
Unser 10. Rosler Treffen

Am 19. September 2009 fand das 10. Rosler Treffen in der reich geschmückten Turn- und Festhalle in Sersheim statt. Organisiert wurde es von Martin Bierkoch, Thomas Albrich und Michael Rochus. Die 565 Gäste wurden von der Siebenbürger Blasmusik Stuttgart e.V. bewirtet, die auch die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes und des Nachmittags gestaltet. Nach dem Sektempfang und der Begrüßung durch Michael Rochus, ging es pünktlich mit dem Gottesdienst mit Pfarrer Günther Auner weiter. Seine gefühlsvolle Predigt versetzte manchen der Anwesenden in frühere Zeiten zurück.

Nach dem Gottesdienst berichtet Thomas Albrich seitens des amtierenden Vorstandes über die Aktivitäten der letzten drei Jahre, sowie über die finanzielle Lage unserer HOG. Anschließend nominiert die Mitgliederversammlung Michael Konnerth einstimmig zum Wahlleiter und Renate Väth zur Protokollführung. Es wurden folgende Personen für den Vorstand vorgeschlagen und neu gewählt:

Vorsitzender: Martin Bierkoch – 72622 Nürtingen
1. Stellvertreter: Michael Rochus – 71701 Schwieberdingen
2. Stellvertreter: Ilse Bartesch – 51674 Wiehl
Kassier: Martin Dengel – 73084 Salach
Schriftführer: Katharina Drotleff – 51674 Wiehl
Kultur und Frauenreferat: Inge-Marie Dengel – 73084 Salach
Homepage-Betr.: Ernst Hermann – 73262 Reichenbach / Fils
Beisitzer 1: Michael Fleischer – 85049 Ingolstadt
Beisitzer 2: Martin Stirner – 64372 Ober- Ramstadt
Kassenprüfer: Anneliese Gull – 73054 Eislingen/Fils
Kassenprüfer: Heinrich Ludwig – 73084 Salach

Nach der Wahl wurde beschlossen, den Verein beim Amtsgericht als gemeinnützig eintragen zu lassen mit Sitz in Salach. Er finanziert sich hauptsächlich durch Spenden.

Nach einem reichhaltigen Mittagessen präsentierte Dr. Christian Weiß das langersehnte „Rosler Buch“. Er informierte die Gäste sowohl über den aktuellen Stand- als auch über den Inhalt des Buches. Ein Exemplar wurde den Rosler zur Ansicht gereicht.

Ein Höhepunkt jagt den nächsten. Es ging weiter mit dem kulturellen Teil. Die kulturellen Darbietungen der Rosler schienen unübertrefflich: Seitens der Göppinger wurde unter der Regie von Inge-Marie Dengel, Drehbuch Martin Bierkoch das Stück „Eine Verlobung in Roseln“ uraufgeführt. Die beiden Hauptakteure Christiane Rochus als Verlobte und Bernhard Bierkoch als Bräutigam samt den Eltern (Elwine Philp und Heinrich Ludwig) überzeugten mit ihrer gefühlvolle Darstellung ihrer Rollen das Publikum. Bei den Gesangseinlagen war das Publikum nicht mehr zu bremsen. Manche Träne wurde gewischt.

Der nächsten kulturelle Höhepunkt wurde von der Tanzgruppe Drabenderhöhe vorgetragen, die aus sehr unterschiedlichen Altersgruppen bestand. Der Einmarsch war eine wahre Augenweide. Der Tanz „Et wor emol en recklich Med“ war den meisten im Saal bekannt.
Abgeschlossen wurde der kulturelle Teil mit dem Aufmarsch der Aktiven.

Weiter ging es mit Blasmusik, Kaffee und Kuchen, welcher von den Frauen aus der näheren Umgebung gespendet wurde. Getanzt wurde auf die Klänge des „Karpaten-Express“ unter der Leitung ihres Dirigenten Hans Mantsch.

Nach dem Abendessen spielt die „Index-Band“ bis nach 2:00 Uhr. Es gab viele fleißige und unermüdliche Tänzer und der Abschied kam für die meisten viel zu früh. Dem Spruch „man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist“ traf bei diesem Treffen zu. Dafür ist die Vorfreute fürs nächste Treffen um so größer…

Verlobung

Vor der Verlobung ,kam das “Verlongen” das gewöhnlich am Donnerstag geschah. War die ” vederscht Stuw” nicht hell erleuchtet , bedeutete es die Absage des Mädchens, und der Bursche brauchte nicht eintreten. Begleitet wurde der Sohn meistens vom Vater beim Verlongen” (Verlangen).Beim Eintreten ins Haus wurde eine Vorbitte bekannt gegeben. ” Geden Iuwend! Etdscheldicht,dott ech mich um heudichen Iuwend bau oech äfoanden. Et es oech bekeunt,datt ech och ir Duichter en den Ehesteund triden wallen. Ech dinken, et äs net nor der enstich Eugenbläck, doi es zesummenfäuert, sondern et äs en oufrichtich Lauf ander es. Dem niu wel ech am da Heund Ihrer Duichter bidden, und er sellt se mer verspreichen,Ech bidden am det Ja-Wuirt, mir hun es entschläusen en gämoinsemen Wich zä giuen. (Guten Abend! Entschuldigt, daß ich mich am heutigen Abend bei Euch einfinde. Es ist Euch ja auch wissentlich. Daß ich und Eure Tochter in den Ehestand treten wollen. Ich denke, es ist nicht nur der jetzige Augenblick, der uns zusammenhalten soll. Demnach will ich um die Hand Eurer Tochter bitten, und ihr sollt sie mir versprechen. Ich bitte Euch um das Ja-Wort, weil wir uns entschlossen haben, einen gemeinsamen Weg zu gehen). Die Antwort vom Vater des Mädchens war: Woen ihr än deser Zegt oech kennen gelihrt,och entschläusen sedt ze froenderen äsi well ech oech mench Ja-Wuird gin, und woantschen oech dot ir uoech änden troh bleift. (Wenn ihr in dieser Zeit euch kennengelernt und entschlossen habt, zu heiraten, so wollen wir euch das Ja-Wort geben und wünschen, das ihr einander treu bleibt). Danach wurde in festlicher Atmosphäre die Verlobung festgelegt und dann wurde später natürlich geheiratet. Zu der Verlobung kam die ganze Jugend. Samstag abends 20-21 Uhr schoß der Bräutigam mit einem Gewehr dreimal Aus dem Fenster. Das bedeutete: es kann losgehen! Als erstes sangen die Burschen ein Lied, aus der Jugendzeit:

Es blühen Rosen, es blühen Nelken.

Nun zeigte sich der Bräutigam: auf dem Hut einen Blumenstrauß aus Strohblumen (Brojemstreiss).neben ihm die Braut mit einem großen Nudelbrett voller Gebackenem, eine Art Fladen Gebäck und Stritzel, und der Bräutigam mit Schnaps es wurde Gegessen und Getrunken . Anschließend gingen die Burschen und es kamen die Mädchen. Die stellten sich im Halbkreis auf mit ihren mitgebrachten Ton Töpfen voller Kohle, und sangen das Brautlied. Das Brautpaar stand umschlungen und hörte zu.

Et goid en Ried durch aus Gamoin, et es en frodich leugt.

(Es geht eine Rede durch unser Dorf, es ist ein freudiger Klang)

Nun antwortete die Braut, indem sie singt, das Lied:

Ech dunken oich well ihr sejt kun ze desem Eugenbleck.

(Ich danke euch für euer kommen zu diesem Augenblick)

Zum Abschluß holen jetzt die Mädchen ihre Krüge hervor ,und schlagen sie auf und Singen:

Det Schessen nit ach nechen oijd, neh kit as Poalver drun.

(Das Schießen nimmt kein Ende mehr, jetzt kommt unser Pulver dran)

Dann holt die Braut das Nudelbrett mit dem Gebackenem hervor und bedient, der Bräutigam geht mit Schnaps und Wein herum und es nimmt kein Ende mehr.

Ausführlicher kann man es im Buch ” Wie kommt man nach Roseln?” nach schlagen.

Hochzeit

Das Aufgebot unseres Brautpaares ist abgelaufen, es geht ans Besprechen der Vorbereitung zur Hochzeit. Mittwochs wurde das Mehl gezimmst, eine Sache, die nur die Frauen anging. Der Brautvater und der Bräutigam kümmerten sich um die Getränke, denn es mußten doch 200-500 Gäste bewirtet und versorgt werden. Dazu kam das Personal in den Tagen vor und nach der Hochzeit. So eine Hochzeit war ein Fest für das halbe Dorf. Es wurden die beiderseitigen Verwandten, Nachbarn, Freunde, Bekannte, oft auch aus andern Dörfer eingeladen, so daß die Anzahl oft die ursprüngliche Planung übertraf. Donnerstag wurde Brot gebacken, die Stritzel, die ganzen Fladen und Hanklich am Freitag. Die Zutaten dafür wurden einen Abend vorher durch das sogenannte „Ăfkleiwen”eingesammelt; Jungen und Mädchen gingen mit kleinen Körben und Schăiffchen (Fäßchen) von Haus zu Haus und jeder gab nach Belieben Butter, Eier, Milch oder Rahm. Wer sich den Brautleuten besonders zugetan fühlte, aber nicht auf die Hochzeit geladen war, schickte noch durch sein Kinder Zutaten. Geladene überreichten zusätzlich noch ein Huhn. Das alles ging in das Haus des Bräutigams, die Braut hatte ja an der Verlobung das ihre getan.

Samstag war dann, so zu sagen, die Hölle los! Morgens um 4 Uhr gingen Jugendliche mit Deckel und sonstigem Schlagzeug bewaffnet herum und sangen den Frauen an den Fenstern.

Geden Morjen, geden Morjen, kreischt der Kokesch ăf dem Baut,
Guten Morgen, guten Morgen, schreit der Hahn auf dem Bett,

Alle Frauen trafen sich nun in aller Herrgottsfrühe am Hochzeitshaus, denn es gab eine Menge Arbeit. Es mußten alle Hühner geschlachtet werden, das Kleingebäck wurde gebacken, das „Briudàlauwend“, eine mit den Innereien der Hühner hergestellte Brühe, mußte gekocht werden, die eigentliche Hochzeitsuppe, der Braten und was noch alles dazugehörte, mußte fertiggemacht werden. Es wurde noch einmal frische Hunklich Gebacken, und jeder, der etwas zusätzlich geschickt hatte aber nicht geladen war, bekam von den Mädchen in Festkleidung eine Hunklich zugeschickt. Das war ein Leckerbissen, so eine warme Hunklich mit einem oder zwei Gläsern Wein!

Die Burschen betätigen sich auf einem anderen Gebiet: es wurde ein Viergespann vor einen großen Wagen gespannt, man fuhr in den Wald und brachte das Hochzeitsholz. Vorher machte man eine Ehrenrunde durch das Dorf, wobei alle Mädchen auf dem Wagen standen. Die Fuhre Holz war so hoch geladen, daß man vom Wagen aus den Torbogen erreichen konnte. Wenn man aus dem Wald kam, hatten die Mädchen an dem Torbogen drei Pakete angebracht, eines mit Wein, eines mit Eßbarem von der Hochzeit und eines mit den Köpfen und Krallen der geschlachteten Hühner.

Mit Karacho ging der Vierspänner nun durchs Tor und die Burschen griffen zu, durften aber nur zwei Pakete nehmen. Die Gaudi war natürlich groß, wenn sie die Hühnerköpfe bekamen.

Nun wurde erst einmal gegessen, denn nach dem Holzschlages hatte man einen Riesenhunger

Anschließend wurde das ganze Holz ofenlang zugeschnitten, der junge Mann sollte ein Jahr lang kein Holz spalten müssen, er hatte sich nur um die junge Frau zu kümmern! Nachmittags wurde nun das ganze Essen und die Getränke in das Kulturheim gebracht. Dort waren genügend Räumlichkeiten zum Aufbewahren und Anwärmen am Hochzeitssonntag. Am Sonntag zwischen 6 und 10 Uhr versammelte man sich im Saal des Kulturheimes. Es gab eine kräftige Hühnerbrühe (Briudàlawend) mit Brot und auch einem Schnaps. Dann erschien das Brautpaar: die Braut mit ihren traditionellen Bändern um die Hüften, noch den Borten auf dem Kopf, der Bräutigam mit seinem Brautstrauß in der Hand. Nach Beendigung des normalen Gottesdienstes klangen die Glocken nun zur Hochzeitskirche. Mit einem Hochzeitsmarsch der Adjuvanten ging es nun mit viel Geschrei zur Kirche.

Hochzet hu mer, Hochzet hu mer, ei wa wirt deut lostich senj.
Knieden, kàuchen,bàcken, briudàn, drencken àch den bàisten Wenj.
Hochzeit haben wir, Hochzeit haben wir, ei wie wird das lustig sein,
Kneten, kochen, backen, braten, trinken auch den besten Wein.

Das waren die Schreie, die man bis zur Kirche hin hörte. Nach der Trauung kam das Beschenken (Giuwàn):bei gedämpfter Musik ging jeder, ob groß oder klei, und schenkte dem Brautpaar seine Gabe. Es wurde Geld, Hausrat für Küche, Haus und Hof und alles mögliche gegeben, was das junge Paar für den neuen Betrieb brauchen konnte.

Die Jugend legte zusammen und führte ihr Geschenk in zwei verpackten Bütten vor, in der einen war das Geld in der andern irgend ein Quatsch. Nun mußte die braut wählen, und die andere Bütte bekam der Bräutigam. Einmal hatten sie in die eine Bütte ein gefesseltes Büffelkalb gesteckt. Die Braut war natürlich glücklich, wenn sie das Geld bekam.

Dann folgte das Mittagessen. Man ließ es sich schmecken, dazu spielte eine Tischmusik (der Postilon). Anschließend war Tanz, und immer wieder wurde getrunken und gegessen, denn auf den Tischen wurde das Gebackene und der Wein nie alle. Die Hochzeit ging bis nach Mitternacht, mit allen möglichen Einlagen, Vorführungen und Reden, die meistens der Hr. Pfarrer hielt.

Am Nachmittag wurde der Braut der Borten abgenommen. Ein redegewandter Gast rief die Braut in die Mitte des Saales und entkleidete sie ihres Gürtels mit den bunten Bändern und nahm ihr den Borten (Buirtàn ) vom Kopf. Das war symbolisch der Übergang von der Braut zur jungen Frau.

Anschließend wurde sie in die Kirchentracht Gebockelt, und gleichzeitig noch zwei andere Frauen die in der Regel die Frauen der Trauzeugen waren, und so gingen alle drei in die Kirche ( Fàisperkirch ) um den Segen zu empfangen, das der Übergang von Braut zur jungen Frau auch Kirchlich bestätigt war. Anschließend folgte der Tanz mit dem jungen Paar. Beide banden sich eine Schürze um und dann tanzte jeder Gast, ob groß oder klein, mit dem Brautpaar: die männlichen Gäste mit der jungen Frau, die weiblichen mit dem jungen Mann. Es wurden allerdings nur ein paar Runden getanzt, wobei jeder einen Geldschein oder Geldstück in die Schürze legte. Nachdem dieser Tanz vorbei war, wurde noch eine Weile weiter Getanzt. Mittlerweile zeigte die Uhr halb Zwei und plötzlich merkte man: das Junge Paar war weg!. Es hieß, sie sein das Geld zählen gegangen.

Montag gegen neun Uhr versammelten sich alle Jugendlichen, um das junge Paar abzuholen. Nun geht es mit Musikbegleitung, wo das Fest weiter geht. Es wird gefrühstückt, es wird schon wieder getrunken und getanzt. Mittags wird noch einmal gegessen und anschließend beginnt man mit dem Abräumen. Mit einem Wort: es wird Klarschiff gemacht.

Das weitere Leben dieses jungen Paares hing jetzt von den wirtschaftlichen Verhältnissen der Eltern bzw. der Gegeneltern ab. War eines der jungen Leute das einzige Kind, so stieg man gleich voll in die Landwirtschaft ein, was in Roseln allerdings selten war.