Liebe Freunde, da Ihr mit Sicherheit erfahren habt, dass wir in Rumänien waren, möchte ich auch über den Grund unserer Reise informieren.

Da mich der Vorstand beauftragt hatte, den Pachtvertrag mit der Landeskirche auszuhandeln und das Übernahmeprotokoll zu unterzeichnen, musste ich nach Roseln fahren. Mit dabei waren außerdem Michael Rochus, Heinrich Ludwig, Martin Bierkoch geb. in Höxter, welcher auch den Transporter stellte. Vor unserer Reise sammelten wir viel Material, ca. 1,5 To., welches wir auf dem Pfarrhof gebrauchen können, daher benötigten wir einen Transporter für die Fahrt. Die Kosten für Sprit wurden über zweckgebundene Spenden gedeckt.

Somit haben wir einen Pachtvertrag über 15 Jahre mit der Landeskirche betreffend Pfarrhaus unterschrieben, 15 Jahre ohne Miete, sondern nur den Unterhalt und Energiekosten. Zudem haben wir vereinbart, dass die Kirche betreffend kirchlicher Liegenschaften und Eigentum der Gemeinde Roseln (Grund und Wald) unseren Vertreter vor Ort, Daniel Andree, miteinbeziehen soll, der unsere Interessen vertritt. Seitens des Vorstandes wurde Michael Rochus beauftragt, dieses Projekt zu leiten und an den Vorstand zu berichten.

Vor Beginn der Gespräche beim Bezirkskonsistorium teilte mir Hr. Dechant Galter mit, dass die Handwerker schon dabei wären, die Dachrinnen an Pfarrhaus, Kirche und Schule anzubringen, wenn wir in Roseln ankämen. Tatsächlich waren diese schon vor Ort an der Arbeit – also es geht doch.

Nachdem ich vor der Reise auf Tagungen des HOG Verbandes erfahren hatte, dass ein EU Projekt in Höhe von 40 Millionen € zur Renovierung von Kirchenburgen beantragt wurde, habe ich im Vorfeld den gesamten Vorstand darüber informiert. Dieser hat dann beschlossen, dass ich den Antrag zur Renovierung unserer Kirche stellen solle. Den Antrag habe ich fristgerecht bei der Landeskirche eingereicht und diesbezüglich auch Gespräche mit Vertretern der Landeskirche, in Hermannstadt   geführt. Nach aktuellem Stand ist der Antrag seitens der Landeskirche genehmigt, es bedarf noch der Zusage der EU-Behörden.

Natürlich kommen auch Kosten auf uns zu, zum Beispiel:

Bei einer Bausumme von 200 000 €:

Bauprojekt (Gutachten) ca. 5 000 €

Technisches Projekt (Baugenehmigung) ca.5 000 €

Beteiligung an Renov. 2 % der Bausumme ca.4- 5 000 €

Dieses ist das Rechenmodell der Landeskirche.

Wir werden weiter mit der Landeskirche in Kontakt bleiben, um auch von diesem Betrag, wenn möglich, noch etwas herunterzukommen.

Angesichts dieses Beispiels ist es meiner Meinung nach eine einmalige, vielleicht auch letzte Chance, unsere Kirche, die in einem kritischen Zustand ist, von Turmspitze bis zu Fundamenten zu renovieren. Wo erhält man heute noch so eine Summe für so einen Eigenbeitrag, und den auf zwei bis drei Jahre verteilt. Die Bauleitung und Bauüberwachung werden von Fachleuten aus Bau und Denkmalschutz, von der EU eingesetzt, geführt.

Natürlich kann ich auch diejenigen verstehen, die dagegen sind. Ich persönlich habe mich ja auch für ein Leben in Deutschland entschieden, nur empfinde ich auch eine moralische Verpflichtung unserem Kulturerbe gegenüber, welches unsere Vorfahren in schwierigen Zeiten, in bitterer Armut aufgebaut haben und dieses können wir nicht in unserem Wohlstand mit einem geringen Anteil erhalten? Ich respektiere die Meinung oder Entscheidung jedes Einzelnen, appelliere aber an die Vernunft, um unsere Kirche, in der die meisten getauft, konfirmiert oder getraut wurden, in der unsere Eltern und Großeltern oder auch einige von uns in schwierigen Momenten die innere Ruhe und die Kraft gefunden haben, als unser letztes Stück Heimat, als unsere Identitätswurzel zu erhalten. Wir wissen heute auch nicht, was die Zukunft bringt, aber ich schließe mich den Worten eines griechischen Philosophen an, der auf rauer See sagte: „Die Strömung der See können wir nicht ändern, dafür aber die Segel richtig stellen“ und somit möchte ich mit meinen Enkeln irgendwann lieber neben einer schönen Kirche, wie ein Leuchtturm im Rosler Tal stehen, als neben einer Ruine, wissend, ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Ich glaube diesbezüglich sind wir der gleichen Meinung. Ich hoffe auf Euer Verständnis und auf breiten Zuspruch. Diejenigen, die sich für eine Unterstützung entscheiden, können mit dem Verwendungszweck „KIRCHE“ auf das bekannte Konto überweisen.

Ich appelliere auch an unsere Unternehmer, dieses Mal für unsere Kirche zu spenden. Bei einer Spende ab 50 € können wir Spendenbescheinigungen für das Finanzamt ausstellen. Für weitere Fragen stehe ich gerne unter 07022-977002 zur Verfügung. Mir ist wichtig, dass der gute Geist und die Einigkeit in unserer Gemeinschaft erhalten bleibt und unser Gemeinschaftsleben in Zukunft weiter gedeiht.

Mit freundlichen Grüßen aus Nürtingen

Euer Martin Bierkoch

 

 

 

Kategorien: Allgemein