Schon immer habe ich davon geträumt, einmal mit Roslern und Angeheirateten eine Wandertour zu unternehmen. Dann war es soweit: Am 27.06. trafen wir uns vor der Stauferlandhalle in Salach und fuhren um 5.30 Uhr los. Ich fühlte mich dabei so gut, dass ich nicht bemerkt hatte, dass ich fast der Älteste war. Nach knapp 6 Stunden waren wir endlich da. Mit dem Sessellift wurden wir alle nach oben (2500 m.ü.M.) gebracht. Oben angekommen sahen wir eine traumhaft schöne Kulisse. Die schneebedeckten Berge ringsherum, die glitzernden Seen – einfach wunderschön. Wir wollten auch gleich die Umgebung erkunden und gingen los, während die Anderen den Grill vorbereiteten. Als wir zurückkamen, war das Essen schon vorbereitet und sogar der Schnaps schon eingeschenkt. Gespannt,was der Tag ans Licht bringen würde, gingen wir erst zu später Stunde schlafen. Am nächsten Morgen schien die Sonne, die umliegenden Berge lachten uns an – und eine herrliche Aussicht in alle Richtungen über die unzähligen Gipfel der Vinschgauer Alpen. An diesem Tag wollten wir in den Bergen wandern! Nach einem leckeren Frühstück und einer kurzen Tourenplanung, die unser lieber Freund schon längst ausgefeilt hatte, ging es los. Wir wollten zum „Weißkugel“, einem der höchsten umliegenden Gletscher. Schon bald hatten wir den Weg ungewollt verlassen, und nun ging es fast 1000 Höhenmeter abwärts. „Wir haben’s nicht nötig, uns gebahnte Wege zu wählen, wir gehen überall durch, wo ein Mensch durchkommen kann. Wir sehen alles, was ein Mensch sehen kann, und da wir von niemandem als von uns selbst abhängig sind, genießen wir die Freiheit.“

Gruppenfoto

Das war das Motto, aber Gott sei Dank waren wir später alle unverletzt im Tal angekommen. Später wurden viele Witze darüber gemacht…Eine Hütte war in der Nähe, und nach Kaffee, Kuchen und einem kühlen Bier hat es uns gemundet. Und nach diesem kleinen Schmaus ging es nach Maseben zurück. Auf einer wunderschönen Wiese machten wir Halt und leerten unsere Rucksäcke. Dabei lauschten wir den schönen Klängen unserer Sängerinnen.

„ Auf die Berge will ich steigen
Wo die frommen Hütten stehen,
Wo die Brust sich frei erschließt
Und die freien Lüfte wehen.
Auf die Berge will ich steigen,
Wo die dunklen Tannen ragen
Bäche rauschen, Vögel singen
Und die stolzen Wolken jagen.
Lebt wohl, ihr glatten Säle
Glatte Herren! Glatte Frauen!
Auf die Berge will ich steigen,
Lachend auf Euch niederschauen.“
H. Heine

Die menschlichen Beziehungen waren eine wichtige Säule unseres Wohlbefindens… Oben angekommen nahmen wir eine Dusche und begaben uns in den Speisesaal, wo schon heitere Musik lief. Nach dem Abendessen wurden wir überrascht mit einer Präsentation von den „Rosler Bergvagabunden“.

Nochmals vielen, vielen Dank für all die Mühe….Und es wurde gefeiert bis tief in die Nacht. Bald kam auch der Morgen, und nach einem ausgiebigen Frühstück wollten wir den „Weißkugel-Gletscher“ von der anderen Seite besteigen. Gesagt, getan – um 10.00 Uhr ging’s los. Es war herrliches Wetter, was aber nicht so bleiben sollte. Regen mit Schnee sollte in Abschnitten unser Begleiter sein. Nur aufs Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Wandern. Und was gibt es in der Geschichte der Menschheit Schöneres als die Entdeckung!
Wälder, Wasserfälle, Berge, Gletscher…
„Ich kann euch nicht sagen, wie angenehm mir dieses Leben ist. Ich bin frei wie ein Vogel in der Luft! Um ehrlich zu sein, fühle ich mich genauso…! Trudele durch die Welt. Sie ist so schön, gib dich ihr hin, und sie wird sich dir geben. Ich möchte eine Stimme finden und Worte in ihr, mit der wir alle loben Gottes schöne Natur.“
Hoch hinaus durch stille Welten, und an besonderen Orten erleben wir faszinierende Momente. Inzwischen sah man auch die Weißkugelhütte auf 2557 m. Froh, dass wir sie erreicht hatten, wurden die Schuhe ausgezogen, hineinmarschiert und Mittag gemacht.
Die große Überraschung kam von der Wirtin auf die Frage, woher wir seien? Wir antworteten: „Aus Stuttgart, Ingolstadt …“. Hat sie uns nicht so ganz geglaubt, sie mutmaßte, dass unsere Wurzeln aus Siebenbürgen stammten: Seit über mehr als zehn Jahren würde eine Gruppe aus Siebenbürgen immer auf dieser Hütte Silvester feiern und anscheinend erinnerten wir sie an diese Gruppe…?!
Na dann Prost du kleine Welt..!
Nach dem Essen bestaunten wir, wenn es die Wolken zuließen, den Weißkugel-Gletscher, und nach knapp einer Stunde traten wir den Rückweg an.
Gut angekommen erwartete man uns mit schöner Musik und natürlich mit einem frischgezapften Bier. Denn heute war der letzte Abend, an dem wir richtig feiern sollten.
Nach dem Abendessen hatten fast alle das „Siebenbürgen“-T-Shirt angezogen und lauschten der Moderatorin, die ein „Rosler-Quiz“ vorbereitet hatte. Es war einfach herrlich…
Der Morgen war nicht mehr weit, und nach kurzem Schlaf mussten wir Abschied nehmen vom schönen Maseben.
Die Zeit war zu kurz und diese wunderschönen Stunden sind nur so an uns vorbeigezogen, aber diese schönen wilden Berge werden uns bestimmt nicht mehr loslassen. An alle, die mit dabei waren:
„Ihr wart einfach spitze“…
Die nächste Tour ist schon geplant! Heinrich Ludwig

Kategorien: Allgemein